Das Zugpersonal - 24 Stunden - ganze Schweiz

Das Zugpersonal der Schweizerischen Bundesbahnen verrichtet seinen anspruchsvollen Dienst während aller Tages- und Nachtzeiten. Die Anforderungen sind entsprechend hoch: Gute Gesundheit, ausgeglichene Persönlichkeit, Bereitschaft zu unregelmässigem Dienst, der täglich ändert, sehr gute Allgemeinbildung und psychologische Gewandtheit im Umgang mit Menschen, dies sind einige wenige Attribute, die man mitbringen sollte.

Freude an Sprachen ist unabdingbar, da man sich im täglichen Umgang mit Hunderten Menschen in Deutsch, Französisch, Italienisch und natürlich Englisch üben kann. Körperliche Belastbarkeit wird besonders während der Fahrt gefordert, 160 kmh sind heutzutage oftmals die Regel, bei denen sich ein ICN in die Kurven neigt oder eine S-Bahn mit Vibrationen, Fliehkräften und dem Befahren von Weichen sich über viele Stunden ungefiltert in den Gelenken der Zugbegleiter bemerkbar macht.

Durch die unregelmässigen Arbeitszeiten ergeben sich auch im Bereich der Ernährung einige Veränderungen: Jeden Tag essen wir zu anderen Zeiten, eingeteilte Pausen nach 22.00 Uhr oder an Orten ohne Verpflegungsmöglichkeit erfordern Bereitschaft zu Kompromissen.

Das tägliche Fahren von Hunderten von Kilometern erfordert überdurchschnittliche Kondition und ein bewusstes Einteilen der Kräfte, um für die Kunden in optimaler Hinsicht da zu sein.

Ein Kondukteur/Zugchef/Reisezugbegleiter kommt mit etwa 1000 - 1200 Menschen pro Tag in Kontakt, in einem Monat dürften es gegen 20`000 Bahnkunden werden.

 

Die Bedürfnisse unserer Kundschaft sind äusserst vielfältig. Auf engstem Raum sind sämtliche vorstellbaren und manchmal auch unvorstellbaren Charaktere präsent, die oft Psychologie oder Strenge, aber auch Zuhören, Helfen und Dienst am Nächsten erfordern. Sekunden entscheiden über Reaktion und Aktion, und dies in einem speziellen Umfeld: Wir Zugbegleiter sind oft auf uns allein gestellt, was einerseits Kreativität, aber auch enorme Verantwortung erfordert.